In zahllosen Veranstaltungen wurden die Mitarbeiter beim Aufbau des HEP eingebunden; in „Hackathons“ konnten sie Software-Programme schreiben, um die Abläufe zu verbessern, in geschützten Räumen ließen sich neue Einsatzgebiete ausprobieren. Heute, das Werk ist fast vollständig hochgefahren, betont Kaupper, dass die Umstellung auch auf Seiten der Mitarbeiter geglückt ist. „Wir haben viele Talente in unserem Team entdeckt. Da ist zum Beispiel die Logistikfachkraft, die in ihrer Freizeit gerne programmiert und eine App entwickelt hat, um das Smartphone als Scanner zu benutzen“, sagt Kaupper.
Hier bleiben Menschen unersetzlich
Viele Arbeitsplätze haben jetzt einen großen Bildschirm, auf dem der Computer dem Personal anhand von Bildern zeigt, was sie mit welchem Werkzeug als nächsten Arbeitsschritt umsetzen sollen. Man kann das als Bevormundung sehen – oder als Hilfestellung, als unmittelbare Qualitätskontrolle, die der Computer den Menschen abnimmt. „Zum Glück herrscht inzwischen in den Köpfen der Mitarbeitenden die Vorstellung vor: Die Computer nehmen den Menschen die Arbeit nicht weg, sie nehmen ihnen Arbeit ab“, sagt Gollisch. Und so ist es ja auch bei den allermeisten Arbeitsplätzen: Der Mensch wird durch Maschinen und Programme ergänzt, indem jeder seine Stärken einbringt. Aber der Mensch bleibt der Chef. Und in manchen Bereichen ist er ohnehin nicht zu ersetzen. Für die Herstellung der Röntgenröhren etwa beschäftigt Siemens Healthineers Glasbläser, ein klassischer Handwerksberuf, der unentbehrlich ist für die High-End-Produkte, die hier im HEP hergestellt werden.
Vielleicht ist das auch etwas, was man sich von diesem Leuchtturmprojekt abgucken kann: Setze auf Automatisierung und Digitalisierung und zähle dabei zugleich auf deine Mitarbeiter: Erst wenn das alles ineinandergreift, handelt es sich wirklich um eine Fabrik der Zukunft.