Um alle Unterschiede und Gemeinsamkeiten, alle Chancen und Hindernisse besser zu verstehen, möchten Voeste und sein Team bei ihrem neuen Sustainability Forum vor allem eines: zuhören, zuhören, zuhören. „Nachhaltigkeit ist im gesamten Unternehmen unser zentrales Wertegerüst für verantwortliches Handeln“, betonte Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, im Gespräch mit der deutschen Tageszeitung „Welt“. Mit dieser Priorität setzt er ein besonderes Zeichen. Denn bei vielen Konzernen werde die Nachhaltigkeitsstrategie noch immer eher als eine Art Zusatz zu der Konzernstrategie gesehen und präsentiert, so Voeste.
Operation hat Priorität
Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Lage sollen für die Strategie regenerate+ in den kommenden Jahren auch finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. So startet 2025 ein Biodiversitätsfonds, um vielversprechende externe Projekte mit insgesamt bis zu 25 Millionen Euro zu unterstützen. Im gleichen Jahr wird außerdem ein Sustainability-Impact-Fonds mit bis zu 20 Millionen Euro aufgelegt, um weitere Nachhaltigkeitsprojekte zu fördern. Mitarbeitende von Volkswagen können hierfür geeignete Projekte vorschlagen, die dann finanziell unterstützt werden. Genauso gefällt operative Nachhaltigkeitsarbeit dem Integrator Voeste. Denn das alles unterstützt den ihm so wichtigen Austausch. Das ist auch das Ziel des neuen Sustainability Forums. Deshalb soll es keine einmalige Veranstaltung bleiben, sondern künftig jährlich stattfinden.
Für weiteren Dialog wird der im Herbst 2024 umgestaltete Nachhaltigkeitsbeirat des Volkswagen Konzerns sorgen. Hier beschreitet das Unternehmen neue Wege: Der Beirat besteht aus vier Gremien. Für jede Dimension gibt es ein Gremium. Darin erarbeiten drei externe und drei interne Experten gemeinsam konkrete Vorschläge in den jeweiligen Themengebieten. Danach stellen sie ihre Resultate den zuständigen Gremien und den Verantwortlichen im Konzern und bei den Marken der Volkswagen Group vor. So werden Ideen und Hinweise schnell an die zuständigen Fachbereiche weitergegeben. Der Beirat berichtet in Abstimmung mit Dirk Voeste an den Konzernvorstand. Die Auswahl der Mitglieder von extern und intern waren Voeste besonders wichtig. „Das fördert einen kritisch-konstruktiven Dialog“, sagt er zur Begründung seiner Intention, „und genau den brauchen wir mehr denn je, um Themen und konkrete Maßnahmen voranzutreiben.“
Bei allem Austausch verliert Voeste nicht den Blick auf die Geschwindigkeit in der Umsetzung. Wenn eine Erkenntnis da ist, wird gleich vereinbart, wie und bis wann das aus ihr Folgende realisiert wird. Trotzdem weiß er, dass vieles von dem, was heute getan wird, erst einige Zeit später Wirksamkeit zeigen kann. „Es heißt auch: Wir pflanzen die Bäume, deren Schatten wir selbst nicht mehr erleben können“, sagt Voeste. Der Biologe, der Bäume gern als Symbol setzt. Deshalb sei es so wichtig, jetzt aktiv zu werden. Und geschickt Impulse zu setzen, damit die Dinge Fahrt aufnehmen. Das passt zu seinem Motto: Inspire your environment. Inspiriere dein Umfeld. Wenn sich dann Zusammenarbeit und eine Eigendynamik entwickelt, ist er zufrieden: „Wenn ich zum Beispiel höre, dass zwei unserer Konzernmarken sich aus eigener Initiative heraus zur Nachhaltigkeitsstrategie abgestimmt haben, dann ist das für mich das Schönste“, sagt Voeste.
Neulich hatte er ein Konzeptpapier für nachhaltiges Wirtschaften in Bezug auf Rohstoffe in der Hand. Erarbeitet von Kollegen mehrerer Marken – für den ganzen Konzern. „Das Papier war fast fertig. Ich habe weder daran mitgearbeitet, noch habe ich es in Auftrag gegeben. Da wusste ich: Wir sind auf dem richtigen Weg“, erzählt Voeste, der Integrator. Und bei gelungener Integration läuft so manches eben „wie von selbst“.