KI-Tools allein reichen nicht
Viele Unternehmen haben seit 2024 KI-Pilotprojekte gestartet. Die Tools sind eingeführt. Die Potenziale erkannt. Und doch: Im Alltag bleibt die Wirkung häufig aus. Der Grund ist selten die Technologie. Es fehlt die Integration in die Arbeitsroutinen. Die Tools werden oft isoliert genutzt, statt Teil des Systems zu werden.
Was jetzt anders ist: Mit der Verfügbarkeit von fortgeschrittenen, aber leicht nutzbaren KI-Funktionen – wie zum Beispiel Microsoft Copilot – wird der Zugang zur KI alltagstauglich. Es braucht keine spezialisierten IT-Teams oder großangelegte, zeitintensive Einführungen von Automatisierungstools mehr. Jede Wissensarbeiterin und jeder Wissensarbeiter kann heute – mit etwas Anleitung – KI-Tools zielgerichtet nutzen. Als einfache, pragmatische Helfer, die Zeit sparen und Fehler vermeiden.
Entscheiden statt diskutieren
Die Wirkung von KI entfaltet sich entlang des Meeting-Zyklus in drei Phasen: Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. So lassen sich durch den Einsatz von KI fokussierte Briefings erstellen, Vorschläge für Agenden generieren und relevante Teilnehmerinnen und Teilnehmer identifizieren. In vielen Organisationen nutzen Teams heute KI-gestützte Agenten, um vorab in 60 Sekunden die wichtigsten Informationen zum Thema aufzubereiten. So startet jedes Meeting mit einem gemeinsamen Wissensstand.
Während der Meetings können KI-basierte Transkriptionstools dabei unterstützen, Inhalte in Echtzeit zu dokumentieren. Zwischenzusammenfassungen, automatisierte Entscheidungspunkte und Hinweise zum Zeitmanagement halten die Diskussion fokussiert. Als besonders wirksam erweist sich die automatische Erinnerung an das „Entscheidungsfenster“ nach 45 Minuten – ein Impuls, der in Pilotprojekten nachweislich zu mehr Klarheit geführt hat.
Auch in der Nachbereitung agiert die KI als wirksamer Unterstützer: Sie erstellt automatisch Protokolle, verteilt Aufgaben und erinnert an Fristen. Statt manueller Nachverfolgung entsteht ein verbindlicher, automatisierter Folgeprozess. Ein Beispiel: In einem Pilotprojekt wurden offene To-dos automatisch in Microsoft Teams übertragen und priorisiert. Das Ergebnis: Die Erledigungsrate stieg um beachtliche 37 Prozent.