Neuer Ansatz am Produktionsband
Das erfordert neben einer präzisen Arbeitsvorbereitung auch einen neuen Ansatz bei der Qualitätssicherung. Genau das stand im Mittelpunkt eines Projektes, das MAN in Ankara gemeinsam mit Porsche Consulting durchgeführt hat. Ziel war es, die Prozesse am Produktionsband weiter zu verbessern und auf diese Weise die Qualitätskosten zu reduzieren. „Die zentrale Idee hinter dem Projekt war eine Veränderung in der Qualitätskultur: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter soll in Zukunft selbst dafür verantwortlich sein, die zugeteilten Aufgaben qualitativ hochwertig zu erledigen und vor der Weitergabe an den nächsten Prozessschritt seine Arbeit auf Fehlerfreiheit zu kontrollieren“, erklärt Oliver Stahl, Partner bei Porsche Consulting.
Zu Beginn des Projektes analysierte das Beraterteam die aktuellen Daten zu den Fehlerbildern, ordnete ihnen Reparaturdauern zu und schloss so auf die entstehenden Qualitätskosten. Schnell kristallisierten sich fünf Bereiche mit dem größten Optimierungspotenzial heraus, darunter der Bandabschnitt, an dem die Verkabelung der Busse durchgeführt wird. „Auffälligkeiten in der Qualität wurden erst einige Stationen später registriert – wo sie oft nur mit großem Aufwand behoben werden können, weil die betroffenen Stellen des Busses dann meistens bereits zugebaut sind“, sagt Dr.-Ing. Michael Bartholdt, Senior Manager bei Porsche Consulting. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch an den vier anderen Bandabschnitten, die die Berater in den Blick genommen hatten.
„Jeder geht Extrameilen”
Durch die Stärkung der sogenannten Werker-Selbstkontrolle am Band setzte MAN auf mehr Eigenverantwortung der Mitarbeitenden im Qualitätsprozess. Dafür wurden zunächst Multiplikatoren aus der Produktion in Trainings für Qualitätsthemen sensibilisiert, später folgten gemeinsame Begehungen mit den Beratern am Produktionsband, um vor Ort konkrete Probleme zu identifizieren und Lösungen abzuleiten. Im Falle der Kabelmontage führen die Mitarbeitenden jetzt direkt eine visuelle Kontrolle der Leitungsstränge durch und prüfen den korrekten Sitz von Steckern.
„Die Inspektion am Montageplatz wird jetzt durch eine von Porsche Consulting erstellte Grenzmusterübersicht mit zentralen Dos und Don’ts unterstützt. Durch die Kooperation von Segmentleitern und der Werksleitung konnten wir solche Optimierungsansätze schnell und pragmatisch direkt in der Produktion realisieren“, sagt Bartholdt. „Das sorgte für Aha- und Wow-Effekte bei den Teammitgliedern und den Mitarbeitenden auf dem Shopfloor. Außerdem ergab sich im Verlauf des Projektes eine äußerst positive Eigendynamik: Jeder ging Extrameilen, um noch mehr und immer noch weitere Kosteneinsparpotenziale zu identifizieren und sie ad hoc umzusetzen.“