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Bundespräsident verleiht Zukunftspreis an Roboter-Experte Sami Haddadin

Ausgezeichneter Wissenschaftler im Interview mit Porsche Consulting.

Professor Dr.-Ing. Sami Haddadin ist Direktor des Instituts für Regelungstechnik an der Leibniz Universität Hannover. Im Frühjahr 2018 wechselt er an die Universität München. Hochsensible Roboter bleiben sein Metier.<br>Foto: Franka Emika GmbH.

Roboter-Experte Professor Dr. Sami Haddadin (37) wurde am 29. November 2017 in Berlin mit dem Deutschen Zukunftspreis für Technik und Innovation ausgezeichnet. Gestiftet und verliehen wurde der mit 250.000 Euro dotierte Preis von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Haddadin, Wissenschaftler an der Leibniz Universität Hannover, gilt als führend bei der Entwicklung und Realisation von Robotern, die dem Menschen assistieren können.

Im Exklusiv-Interview mit der Managementberatung Porsche Consulting sagte Haddadin: „Wir verfügen jetzt erstmalig über die Technologie, die eine sichere und feinfühlige Kooperation und Interaktion zwischen Mensch und Roboter möglich macht. Zu dieser Technologie gehören Echtzeit-3D-Bildverarbeitung zur Umwelt- und Personenerkennung sowie lernende Spracherkennung. Intelligente Verfahren erlauben synchronisierte und koordinierte Bewegungen mehrerer Akteure. Durch hochsensible Roboter ließe sich die immer größer werdende Lücke schließen, die in der medizinischen Behandlung und in der Pflege entsteht. Durch den demografischen Wandel und die steigende Lebenserwartung wächst die Zahl der Patienten wesentlich stärker als das verfügbare Fachpersonal. Durch die maschinelle Unterstützung und Entlastung von Pflegekräften bei zeit- und kraftaufwändigen Tätigkeiten könnte sich das Personal wieder stärker den pflegebedürftigen Menschen widmen.“

Eine Studie von Porsche Consulting ergab, dass viele Menschen in Deutschland einer Behandlung oder Betreuung durch Roboter aufgeschlossen gegenüberstehen: Drei von vier Bürgern in Deutschland haben nichts dagegen, wenn bei einer Operation im Krankenhaus „Kollege Roboter“ statt eines Chirurgen das Skalpell führen würde. Unter den Befragten knüpfen 41 Prozent ihr „Ja“ an die Bedingung, dass der Robotereinsatz weniger risikoreich wäre als die Behandlung durch einen Arzt. Ähnlich positiv äußerten sich die Befragten, wenn es um die Betreuung im Alter geht: Aus dem Bett heben, Medikamente geben, Speisen und Getränke reichen – typische Tätigkeiten von Pflegekräften könnten schon bald auch von computergesteuerten Robotern erledigt werden. 56 Prozent der Befragten würden sich von einer Maschine pflegen lassen. Porsche Consulting untersuchte im Rahmen der Studie auch die Gründe für eine solche Entscheidung: Der Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal führt bei 37 Prozent zur Bereitschaft, einen Pflegeroboter zu akzeptieren. Und 36 Prozent würden den Roboter akzeptieren, wenn sie dadurch zu Hause wohnen bleiben und einen Umzug in ein Heim verhindern könnten.

Interview mit Sami Haddadin

Studie „Patienten würden sich auch vom Roboter operieren lassen“


„Zukunftspreis geht an Forscher der Uni Hannover“
Quelle: www.ndr.de, 30.11.2017