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Gesünder durch digitale Medizin?

Neue Studie prognostiziert: Bessere Vorbeugung, schnellere Arzttermine.

Die Zeitschrift Creditreform befasst sich in ihrer jüngsten Ausgabe mit der im April von der Managementberatung Porsche Consulting veröffentlichten Studie „The Rise of Digital Health“. Die Ausarbeitung nimmt die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Anbieter digitaler Lösungen für die Gesundheitsversorgung unter die Lupe. „Die neue Realität wird nicht so sein wie die bisherige Realität“, fasst Dr. Roman Hipp, Senior Partner bei Porsche Consulting, die Ergebnisse zusammen. Zu den bereits vor der Krise begonnenen Trends, die durch den Ausbruch des Virus und dessen Bekämpfung zusätzliche Bedeutung gewonnen haben, gehören demnach Gesundheit und Sicherheit sowie Digitalisierung – also die zwei Entwicklungen, die zu einer steigenden Nachfrage nach Digital Health-Leistungen führen. Dr. Roman Hipp vertritt gegenüber Creditreform die Überzeugung, dass die Nachfrage nach Digital Health-Lösungen aufgrund von drei Paradigmenwechsel zunehmen wird: Die Daten-Silos, in denen unterschiedliche Patienteninformationen liegen, werden nach und nach aufgebrochen. Für Dr. Roman Hipp ist das „eine Wandlung hin zum Patienten-zentrierten Gesundheitswesen“. Außerdem werde das Gesundheitswesen zukünftig noch stärker durch präventive Medizin gekennzeichnet sein. Motto: Krankheit vermeiden bevor sie auftritt! Und Drittens würden die Face-to-Face-Diagnostik und –Therapie durch virtuelle Instrumente wie Video-Arztsprechstunde „zum Wohle der Patienten“ ergänzt. Fazit: Die Krise kann als wichtiger Katalysator dienen, nachhaltig einen Paradigmenwechsel zu vollziehen und so langfristige Vorteile für das Gesundheitswesen bringen.

Nach Ansicht des Porsche-Beraters haben viele bereits 2018 und 2019 eingeleiteten Entwicklungen durch die COVID-19-Pandemie „enorme Beschleunigungen“ erfahren. Ein Beispiel sei die Telemedizin. Sie habe es ermöglicht, dass auch Patienten mit Sorge vor überfüllten Wartezimmern oder aus ländlichen Regionen während der Corona-Monate einfachen Zugang über digitale Kanäle zum Gesundheitswesen bekommen haben. Zudem sei das Praxis- und Krankenhaus-Personal durch die Telemedizin entlastet worden. Ein Start-up, das die Transformation im Gesundheitswesen mitgestaltet, ist für Dr. Roman Hipp die Münchener Firma Teleclinic, die Onlinesprechstunden anbietet. Seit März werden bei Corona-Verdachtsfällen kostenfrei ärztliche Beratungen durchgeführt, seit April können Patienten mit Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion selbst einen Abstrich vornehmen, der im Labor untersucht wird. Für 2020 erwartet Teleclinic eine Verfünffachung der Beratungsgespräche. Seit seiner Gründung 2015 hat der schnell wachsende Shootingstar neun Millionen Euro Wagniskapital eingesammelt. Derzeit bereitet er seine B-Finanzierungsrunde vor.

Roman Hipp sieht die Zukunft von Digital Health mittelfristig in offenen Plattformen: „Sie bieten Patienten ganzheitliche Lösungen und erleichtern die Kollaboration von Start-ups mit Krankenhäusern, Pharma- und Medizintechnikunternehmen und so die Entwicklung innovativer Produkte und Services.“


„Corona verschafft Digital-Health Startups Rückenwind“
Quelle: Creditreform-Magazin

„Corona verschafft Digital-Health Startups Rückenwind“
creditreform-magazin.de