News

Ingenieure denken um

Ein 3D-Druckerhersteller stellt die Entwicklung neu auf.

Henner Schöneborn, CTO von SLM Solutions, vor einer Maschine des Typs SLM280 – ein leistungsstarker 3D-Drucker für Metalle mit patentierter Mehrstrahltechnik durch zwei Faserlaser. Diese Maschine druckt Bauteile für die Luft- und Raumfahrt, die Medizintechnik oder wie in diesem Beispiel für Automobilanwendungen. Foto: Porsche Consulting
Agiles Entwicklungsteam: Die technische Produktdesignerin Petra Bade, Scrum Master Ralf Labes, und Product Owner Jonas Mersch (von links) beim Daily Standup-Meeting. Jeden Morgen werden in diesem 15-Minuten-Termin die anstehenden Aufgaben gemeinsam besprochen und so aufkommende Probleme während des Projekts behoben. Foto: Porsche Consulting
Vor dem 3D-Druck in der Maschine legt Application Engineer Andreas Barnick das entsprechende Bauteil – hier ein Fahrwerksteil für die Automobilindustrie – als 3D-Modell im CAD-Programm an und versieht es mit sogenannten Stützstrukturen. Foto: Porsche Consulting
Im Juni 2018 bezog SLM Solutions die neue Firmenzentrale in Lübeck. In einem modernen Applikationslabor zeigt der 3D-Druckerhersteller Kunden und Interessenten die eignen Maschinen und ihre Möglichkeiten. Foto: Porsche Consulting
CTO Henner Schöneborn (Mitte) und Application Engineer Andreas Barnick von SLM Solutions zeigen Sebastian Lemm, Associate Partner von Porsche Consulting (links) das Ergebnis des 3D-Druck-Prozesses: Ein Bauteil, das anderen Fertigungsverfahren hinsichtlich Gewicht und Materialkosten durch sein Design überlegen ist. Die Berater von Porsche Consulting helfen SLM Solutions dabei, die 3D-Druckmaschinen innovativer und schneller zu entwickeln. Foto: Porsche Consulting
Henner Schöneborn, CTO der SLM Solutions AG, ist ein Experte für 3D-Druck und seit 25 Jahren in der Branche. Foto: Porsche Consulting

 

Der 3D-Druckerhersteller SLM Solutions hat für die Entwicklung seines neuen Spitzenmodells erstmals ein Projektteam aufgestellt, das mit Managementmethoden geführt wird, die sonst eher große Software-Konzerne anwenden. Nur durch agile Prozesse – davon ist der Maschinenbauer überzeugt – lassen sich die komplexen und dynamischen Herausforderungen der Zukunft meistern.

Die SLM®280 ist ein äußerlich unscheinbarer grauer Schrank. An einer Seite führt ein Bündel aus Kabeln und Schläuchen hinein, vorne sind ein Monitor und eine Tastatur angebracht. Die Vier-Farben-Warnleuchte auf dem Dach zeigt grünes Licht. Die Maschine ist in Betrieb. Wie sie arbeitet, lässt sich durch ein Kontrollfenster verfolgen. Es ist in etwa so groß wie ein Tablet-Computer und zum Schutz der Augen gelblich grün eingefärbt. Zwei Laserstrahlen feuern im schnellen Wechsel auf eine graue Oberfläche, die mit etwas Phantasie wie Mondstaub aussieht. Wo die Strahlen auftreffen, stieben hellgelbe Funken auf, eine Struktur aus mehreren kreisförmigen Objekten wird erkennbar. Ein Maschinenführer wirft im Vorbeigehen einen kurzen prüfenden Blick darauf und erklärt dem Gast: „das werden Hüftpfannen aus Titan“. 

Nachdem Kunststoff-3D-Drucker schon länger in der Massenproduktion eingesetzt werden, lassen sich nun auch Teile aus Metall in industriellem Maßstab drucken. „Das ist für uns ein Quantensprung“, sagt Henner Schöneborn, Technik-Vorstand des Herstellers SLM Solutions. Das Unternehmen zieht gerade in eine neu errichtete Zentrale in Lübeck (Schleswig-Holstein). Die Mitarbeiterzahl hat sich in den letzten zehn Jahren von 40 auf etwa 400 verzehnfacht, die Zahl der produzierten Maschinen wächst noch schneller. Wurden im Jahr 2010 noch zehn 3D-Drucker pro Jahr gefertigt, waren es 2017 bereits 125 Maschinen. Und vielleicht ist das erst der Anfang. Durch den Übergang in die Massenfertigung stößt der Metalldruck in neue Dimensionen vor. Eine riesige Chance für die Hersteller, und zugleich eine enorme technologische Herausforderung. Um sie zu bewältigen, entschied sich das von Porsche Consulting beratene Unternehmen zur Einführung neuer, agiler Arbeitsmethoden. Für die Entwicklung des neuen Spitzenmodells stellte Schöneborn ein sogenanntes Scrum-Team auf. Dafür wurden zwölf Ingenieure von allen anderen Aufgaben entbunden.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel: Ingenieure denken um