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Nachtschicht nach Fahrplan

Kaum sind die letzten Fahrgäste ausgestiegen, wird die ICE-Flotte über Nacht fit gemacht.

Diplom-Ingenieurin Sonja Askew, Jahrgang 1983, ist Standortleiterin des ICE-Instandhaltungswerkes Köln. Anstoßkappen als Kopfbedeckungen sind hier obligatorischer Arbeitsschutz. Foto: Porsche Consulting/Marco Prosch

Rolltor geöffnet, Signal auf Grün: Im Schritttempo gleitet der ICE-Hochgeschwindigkeitszug nach Sonnenuntergang in die 410 Meter lange Halle mit vier Gleisen. Gleich wird der weiße Intercity-Express genau am markierten Punkt anhalten – im modernsten Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn. Erst im Juni 2018 wurde die blitzsaubere umweltfreundliche Anlage im Kölner Stadtteil Nippes in Betrieb genommen. Und seitdem ist Sonja Askew als Leiterin Bereitstellung und Instandhaltung die Standortchefin. Sie steht an der Spitze eines Teams technischer Fachkräfte, die jede Nacht die schnellen Züge von außen und innen auf Herz und Nieren prüfen, reinigen, reparieren und frühmorgens pünktlich auf die nächste Fahrt mit mehr als 800 Reisenden schicken.

Die Standortleiterin blickt auf die Uhr, als der ICE zum Stehen kommt. Eingeplant ist er für die sogenannte Laufwerkskontrolle und Nachschau IS 200. Es ist das Kürzel für die zweitkleinste routinemäßige Stufe der Instandhaltung. In weniger als sechs Stunden warten schon die nächsten Fahrgäste auf diesen Zug. Der ICE 3 ist 200 Meter lang, 410 Tonnen schwer und zugelassen für eine Höchstgeschwindigkeit von 330 Kilometern pro Stunde. Jetzt muss jeder Handgriff zuverlässig sitzen, ähnlich wie beim Boxenstopp auf der Autorennstrecke. Sicherheit, Qualität und Komfort für die Bahnkunden stehen im Mittelpunkt. Und noch etwas zählt: absolute Pünktlichkeit. Liefe der Zug am nächsten Morgen nicht rechtzeitig im nahen Kölner Hauptbahnhof ein, würde das nicht nur dort wartende Bahnkunden ärgern, auch der Fahrplan auf dem stark frequentierten Streckennetz könnte unter der Verspätung leiden. Eine Kettenreaktion.

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