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Planen am „digitalen Zwilling“

Durch Virtual Reality können früh Fehler vermieden werden.

Corona hat auch der Technologie der virtuellen Realität (VR) Rückenwind verschafft. VR kommt mittlerweile in der Medizin, Industrie und im Handel zum Einsatz – und bei der Planung und Entwicklung neuer Fabriken. Matthias Möhrke, Associate Partner und Experte für digitale Fabrikplanung bei Porsche Consulting, ist sicher, dass mit VR teure Fehler vermieden werden können. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung* sagt er: „90 Prozent aller späteren Probleme entstehen erfahrungsgemäß in der Planungsphase.“ Fabriken von Morgen könnten mittels VR „schneller, effizienter und mitarbeiterorientierter“ geplant werden. Mit Hilfe von VR kann ein Planer an seinem Arbeitsplatz den „digitalen Zwilling“ der zukünftigen Fertigungsstätte begehen, im Modell bereits Planungsfehler, zum Beispiel Kollisionen, erkennen und Anlagen virtuell in Betrieb nehmen. Zwei Beispiele: Häufig werden Büroflächen für Produktionsmitarbeiter im Layout vergessen oder Wege von Material, Ersatzteilen und Mitarbeitern kreuzen sich. Matthias Möhrke: „Das ist viel zu gefährlich im Arbeitsalltag und führt zu Ineffizienz im Material- und Personenfluss.“ Problematisch seien auch oft zu klein dimensionierte Logistikflächen: „Mittels Virtual Reality am digitalen Zwilling lassen sich Bewährungstests schadenfrei vorab erledigen.“ So könnten Planer bevor der erste Spatenstich erfolgt auf komfortable Art eine „attraktive und ergonomisch sinnvolle Arbeitsumgebung“ gestalten.
 

*„Wenn Avatare Vorträge halten“ von Anja Steinbuch (Frankfurter Allgemeine Zeitung | 16.03.2021)
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