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Was Managern hilft, besser zu entscheiden

Die Langstreckenpilotin und Unternehmerin Dr. Tanja Becker will Methoden aus der Luftfahrt auf die Wirtschaft übertragen.

Als Pilotin ist Tanja Becker darauf trainiert, Krisen zu meistern. Als Coach gibt sie dieses Wissen an Manager weiter. Foto: Andreas Laible

Frau Dr. Becker, Sie sind als Senior First Officer Langstreckenpilotin auf dem Airbus A340, zugleich auch Start-up-Mitgründerin in Hamburg und Mutter eines vierjährigen Sohnes und einer zweijährigen Tochter. Hat Sie die Corona-Pandemie gleich dreifach getroffen: als Angestellte, als Gründerin und als Mutter?

Dr. Tanja Becker: Ja, in der Tat. Bei mir zeigten sich gleich verschiedene Schwierigkeiten, mit denen ich konfrontiert wurde. Im Alltäglichen natürlich zum einen die 24-stündige Betreuung meiner Kinder. Zum anderen ein bedrückendes Bild von geparkten Flugzeugen an vielen Flughäfen allein in Deutschland. Und dann die Verwundbarkeit eines Start-ups, das gerade eine sehr positive Auftragsentwicklung zu verzeichnen hatte und jetzt durch die Krise wieder vor neuen Herausforderungen steht.

Die Pandemie gilt als globale Krise. Per Definition ist die Krise eine Situation, die den Höhepunkt einer sehr gefährlichen Lage beschreibt. Es kann aber auch der Wendepunkt sein – mit der Chance zur Lösung des Problems. Falls diese Entschärfung der Situation nicht gelingt, kann aus der Krise eine Katastrophe werden. In der Luftfahrt wäre das zum Beispiel der Ausfall aller Triebwerke, gefolgt vom Absturz des Flugzeuges über dicht bewohntem Gebiet. Wie werden Pilotinnen und Piloten darauf trainiert, solche Ereignisse zu verhindern?

Becker: Training ist ein entscheidender Faktor für den Umgang mit Situationen dieser Art. Training verschafft uns nicht nur die Möglichkeit einer gezielten Vorbereitung auf konkrete Situationen, sondern es werden dabei auch Abläufe und Herangehensweisen verinnerlicht. Zum Beispiel das Prinzip des Aviate, Navigate, Communicate. Zuerst ist es wichtig, das Flugzeug, einfach gesagt, in der Luft zu halten. Danach spielt die Position im Raum und die Richtung eine große Rolle. Erst im Anschluss kommunizieren wir mit der Flugsicherung oder unseren Kollegen in der Kabine. Durch Training erreicht man neben dem Flugalltag zusätzlich eine Erhöhung des Erfahrungsschatzes. Dies führt dazu, dass Handlungen und damit auch Entscheidungen in der Praxis intuitiv abgearbeitet werden können. Dies gibt dem Piloten wieder entscheidende freie Kapazitäten, um zusätzliche Problematiken abhandeln zu können. Vereinfacht gesagt: Im Notfall sollte ich als Pilotin genügend Reserven haben, um mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und nicht in Hektik zu geraten.

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