Erfolgsfaktoren für wertstiftende KI-Anwendungen
Die Umfrage macht nicht nur die zentralen Barrieren sichtbar, sie zeigt ebenso, welche vier Hebel Unternehmen nutzen können, um sie zu überwinden.
- Datenqualität und Zugang verbessern
Die Verfügbarkeit und Qualität der Daten bilden das Fundament für jede erfolgreiche KI-Initiative. Unternehmen, die dies erkennen, behandeln das Management ihrer Daten nicht als bloße IT-Aufgabe, sondern als strategischen Erfolgsfaktor. Die Herausforderung besteht darin, Daten aus vielen unterschiedlichen Quellen so zusammenzuführen und zu ordnen, dass klare Regeln für ihren Umgang entstehen. Damit wird Data Governance nicht als bürokratischer Aufwand verstanden, sondern als Grundlage für Skalierbarkeit. Dieser Ansatz gewährleistet nicht nur die unternehmensweite Datenkonsistenz, sondern stellt sicher, dass spezifische Fachbereiche die für ihre KI-Anwendungen benötigten Daten effizient nutzen können.
- Mehrwert konsequent messen
Ob KI langfristig wirkt, entscheidet vor allem das konsequente Messen ihres Mehrwerts. Häufig bleiben entsprechende Aktivitäten jedoch losgelöst von strategischen Zielen. So bleibt oft die notwendige Unterstützung durch die Unternehmensführung aus, um Projekte in nachhaltige Initiativen zu wandeln. Dafür ist ein grundlegender Wandel in der KPI‑Logik nötig. Sie sollten nicht ausschließlich auf finanzielle Kennzahlen fokussiert sein, sondern in eine Steuerungslogik eingebettet werden, die direkt mit strategischen Zielen verknüpft sind. Ergänzend zu klassischen Performance- und Effizienzmetriken sind zusätzliche Messdimensionen im Bereich Führung, Mitarbeiterzufriedenheit und -engagement, Kundenbegeisterung in Echtzeit sowie Innovationsgeschwindigkeit entscheidend.
- Führung und Zusammenarbeit sicherstellen
Die Befragung zeigt: Unterstützung durch Führungskräfte ist einer der stärksten Hebel für die Skalierung von KI. Sowohl sogenannte Laggards (Nachzügler, die neue Technologien erst sehr spät übernehmen) als auch Innovatoren stimmen zu einhundert Prozent zu, dass Unterstützung durch die Führungskräfte sowie eine klare Daten- und KI-Strategie entscheidende Erfolgsfaktoren sind. Allerdings zeigt sich in der Implementierung, dass nur 52 Prozent der Innovatoren ein Problem bei der Implementierung haben. Führung ist der zentrale Faktor für KI-Erfolg. Sie schafft Akzeptanz in den Fachbereichen und verankert KI als festen Bestandteil der täglichen Arbeit und nicht als Innovationsprojekt, sondern als Standard. Aktiv involvierte Führungskräfte sorgen darüber hinaus dafür, dass Zusammenarbeit funktioniert und Teams befähigt werden. Ein befragtes Unternehmen hebt hervor, dass die hohe Sichtbarkeit interner Experten, vor allem aus dem IT-Bereich, ein zentraler Erfolgsfaktor für den Kompetenzaufbau ist. Insbesondere Schulungen mit Praxisbezug, die Einblicke in die Anwendung verschiedener Tools geben, helfen, Hemmschwellen abzubauen und die breite Akzeptanz im Arbeitsalltag zu stärken. Führungskräfte, die solche Strukturen aktiv aufbauen, können somit den Erfolg der KI-Implementierung erhöhen.
- Produktorientierung etablieren
Vorreiter betrachten KI nicht als lose Abfolge von Projekten, sondern denken deutlich stärker in stabilen Strukturen mit klaren Rollen und Verantwortlichkeiten. 44 Prozent von ihnen nennen eine etablierte Daten- und KI-Organisation mit klar definierten Rollen und Zuständigkeiten als zentralen Erfolgsfaktor – etwa doppelt so viele wie in der Gruppe der Mainstream-Adopter (23%). Dieser Perspektivwechsel von Projektlogik zu Produkt- und Organisationslogik ist entscheidend, um Nachhaltigkeit und Wiederverwendung zu sichern. KI wird so nicht als befristetes Experiment gesehen, sondern als fester Bestandteil des Geschäftsmodells. Ein teilnehmendes Unternehmen liefert ein praktisches Beispiel, wie dies gelingt: Es hat ein Modell entwickelt, das den gesamten Lebenszyklus eines KI‑Anwendungsfalls – von der Idee bis zur Umsetzung – abbildet und nahtlos in Ende‑zu‑Ende‑Prozesse integriert. Jede Anwendung hat einen klaren Verantwortlichen, eine kompakte Übersicht mit dem konkreten Geschäftsnutzen und wird transparent und fokussiert über einheitliche Werkzeuge nachverfolgt. So entsteht aus Einzelinitiativen ein skalierbares KI-Portfolio mit klarer Verantwortung, messbarer Wirkung und hohem Wiederverwendungsgrad.