Dorfner beschleunigt die Rezepturentwicklung mit KI

Nominiert für den AI Impact Award 2026 in der Kategorie Produktion und Lieferkette

Mirko Mondan, Managing Director of Dorfner, AI Impact Award 2026
07.04.2026 | Artikel

Der AI Impact Award von manager magazin und Porsche Consulting zeichnet Unternehmen aus, die Künstliche Intelligenz erfolgreich und wirksam in der Praxis einsetzen. Der Award macht Anwendungen sichtbar, die echten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.

Dorfner ist für den AI Impact Award 2026 nominiert in der Kategorie Produktion und Lieferkette. 
In dieser werden Lösungen ausgezeichnet, die Prozesse entlang Produktion, Logistik oder Supply Chain effizienter, sicherer oder nachhaltiger gestalten. Im Kurzinterview erläutert Mirko Mondan, Geschäftsführer von Dorfner, vor welchen Herausforderungen das Team stand, wie der KI-gestützte Ansatz entwickelt wurde und welche Ergebnisse heute sichtbar sind.

 

Herr Mondan, welche fachlichen oder prozessualen Herausforderungen haben die traditionelle Rezepturentwicklung für Industriefarben an ihre Grenzen gebracht?

Lieferengpässe, Fachkräftemangel, Rohstoffknappheit, Energie- und Nachhaltigkeitsanforderungen sowie sich ständig ändernde Regularien erfordern immer flexiblere Rezepturen. Doch die traditionelle Rezepturentwicklung ist dafür zu langsam, da von Planung über Messreihen bis hin zur final angepassten Formulierung oft Wochen vergehen und wertvolle Laborkapazitäten blockiert werden. Die Reaktion auf neue Marktbedingungen ist schlicht zu träge, was sich in verpassten Chancen widerspiegelt.

AI-based recipe development at Dorfner: Algorithms generate the optimal formulation, while the human expert reviews and finalizes the result.

KI-gestützte Rezepturentwicklung bei Dorfner: Algorithmen erarbeiten die optimale Formulierung, der Mensch kontrolliert und finalisiert.

AI-based recipe development at Dorfner: Algorithms generate the optimal formulation, while the human expert reviews and finalizes the result.
KI-gestützte Rezepturentwicklung bei Dorfner: Algorithmen erarbeiten die optimale Formulierung, der Mensch kontrolliert und finalisiert.

Wie haben Sie die KI-Plattform in Ihre Entwicklungsprozesse eingebettet? Wie arbeiten Fachlabor und KI heute zusammen, um die besten Farbrezepturen zu identifizieren?

Die KI fungiert als vorgeschalteter digitaler Zwilling unseres Labors. Sämtliche Prüfungen, die wir physisch durchführen können, lassen sich dort simulieren. Dadurch entsteht eine Rezepturentwicklung „auf Knopfdruck“. Wir geben lediglich an, welche Ziele die Farbbeschichtung erfüllen muss, die KI generiert auf dieser Grundlage die genaue Formulierung. Der Entwickler muss nur noch die finale Rezeptur herausfiltern und kontrollieren. Bei Standardanfragen entfällt der Laborweg inzwischen vollständig, da die KI in rund 90 Prozent der Fälle treffsichere Ergebnisse liefert. Müssen wir doch mal in das Labor, dann laden wir die dort hergestellten Rezepturen auf die Plattform hoch und trainieren das System, sodass die KI immer besser wird.

 

Welche quantifizierbaren Verbesserungen konnten Sie bereits erreichen – etwa bei Entwicklungszeit, Materialeinsatz, Abfallreduktion oder Nachhaltigkeit?

Was früher rund neun Wochen in Anspruch nahm, erledigen wir heute in nur einem Tag, nahezu ohne Materialeinsatz und ohne entstehenden Abfall. Gleichzeitig verbessert sich die Qualität der Endformulierung deutlich: Sie weist im Idealfall einen niedrigeren CO₂-Fußabdruck auf, ist kostengünstiger und ermöglicht sogar den verstärkten Einsatz neuer, recycelbarer Materialien. Insgesamt können wir uns unsere Arbeit heute nicht mehr ohne das KI-Tool vorstellen.

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