Ebm-papst macht Kühl- und Lüftungstechnik mit KI effizienter

Nominiert für den AI Impact Award 2026 in der Kategorie Produkt und Kundenerlebnis 

Stefan Bastian EBM Papst Neo Managing Director
27.03.2026 | Artikel

Der AI Impact Award von manager magazin und Porsche Consulting zeichnet Unternehmen aus, die Künstliche Intelligenz erfolgreich und wirksam in der Praxis einsetzen. Der Award macht Anwendungen sichtbar, die echten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.   

Das weltweit führende Industrie- und Technologieunternehmen ebm-papst ist für den AI Impact Award 2026 nominiert in der Kategorie Produkt und Kundenerlebnis. In dieser werden Lösungen ausgezeichnet, die dazu beitragen das Kundenerlebnis zu verbessern und den Gewinn und Umsatz zu steigern. Im Kurzinterview erläutert Stefan Bastian, Geschäftsführer von ebm-papst neo, vor welchen Herausforderungen Unternehmen mit hohem Energiebedarf stehen, wie der KI-gestützte Ansatz zur Optimierung beiträgt und welche konkreten Ergebnisse heute sichtbar sind. 

 

Herr Bastian, mit welchen Hürden haben Unternehmen energieintensiver Industrien besonders zu kämpfen – und wie kommt hier die KI-Lösung „Nexaira“ ins Spiel?

Stefan Bastian: Unternehmen energieintensiver Industrien sehen sich mit stark ansteigenden, volatilen Energiepreisen, zunehmenden ESG-Anforderungen sowie einem hohen Druck durch Regularien und Wettbewerb konfrontiert. Gleichzeitig sind ihre Anlagen, wie etwa Kühl- und Prozesssysteme, technisch komplex, oft historisch gewachsen und nicht optimal aufeinander abgestimmt. Was häufig fehlt, ist die Transparenz über Energieflüsse. Auch bleiben Optimierungspotenziale oftmals ungenutzt. Genau hier setzt „Nexaira“ als ganzheitliches digitales Ökosystem an: Die Lösung umfasst digitale Services zur Überwachung und Verbesserung des Betriebs von Hochleistungsventilatoren von ebm-papst sowie eine KI-gestützte Kühlsystemoptimierung. Damit schafft sie die Grundlage für maximale Energieeinsparungen, höchste Effizienz und zuverlässige Betriebssicherheit. So können Bestandsanlagen durch die Nachrüstung moderner Ventilatortechnik, Software und Sensorik wirtschaftlich modernisiert werden. Rechenzentren hingegen, profitieren insbesondere von Optimierungen auf Basis digitaler Zwillinge.

The digital ecosystem “Nexaira” from ebm papst

Das digitale Ökosystem „Nexaira“ umfasst digitale Services zur Überwachung und Verbesserung des Betriebs von Hochleistungsventilatoren von ebm-papst sowie eine KI-gestützte Kühlsystemoptimierung – für maximale Effizienz und Energieeinsparungen.

The digital ecosystem “Nexaira” from ebm papst
Das digitale Ökosystem „Nexaira“ umfasst digitale Services zur Überwachung und Verbesserung des Betriebs von Hochleistungsventilatoren von ebm-papst sowie eine KI-gestützte Kühlsystemoptimierung – für maximale Effizienz und Energieeinsparungen.

Wie genau trägt das digitale Ökosystem „Nexaira“ dazu bei, den Energieverbrauch von Lüftungs- und Kühlsystemen zu verbessern? 

Durch das intelligente Zusammenspiel aus hocheffizienten Ventilatoren und einer cloudbasierten, KI-gestützten Steuerung, gelingt es mit unserer „Nexaira“-Plattform, die Energieeffizienz von Lüftungs- und Kühlsystemen zu steigern. Betriebszustände werden in Echtzeit analysiert und automatisch angepasst, sodass Anlagen bedarfsgerecht und energetisch optimal laufen. Das senkt den Energieverbrauch signifikant und reduziert CO₂-Emissionen. Ein zentrales Anwendungsfeld ist die Optimierung von Kühlsystemen in Rechenzentren: Hier optimiert die Lösung „Nexaira.Systems“ die Regelung bestehender Kälteanlagen mithilfe von KI in Echtzeit und passt die Betriebsparameter dynamisch an Wetter- und Laständerungen an. Als KI-Plugin lässt sich „Nexaira.Systems“ direkt in die bestehende Steuerung integrieren, ohne, dass zusätzliche Hardware erforderlich ist.

 

Welche nachweisbaren wirtschaftlichen Erfolge können Unternehmen mit der KI-basierten Systemoptimierung realisieren?

Mit unserer Lösung „Nexaira.Systems“ erzielen Unternehmen signifikante wirtschaftliche Effekte – insbesondere in Rechenzentren. Durch die intelligente, KI-gestützte Analyse und automatische Steuerungsoptimierung lassen sich bis zu 50 Prozent der Kühlenergie einsparen. Hochrechnungen zufolge sind dies Einsparungen von bis zu 128 Terawattstunden Kühlenergie pro Jahr weltweit – das entspricht der Leistung von 22 Kernkraftwerken. Grundlage ist unter anderem das Prinzip des sogenannten „Model-Predictive-Control“, mit dem das System Betriebsdaten kontinuierlich auswertet und eine optimierte Regelungsempfehlung liefert. Zudem werden Abweichungen vom simulierten Betrieb frühzeitig erkannt und vor möglichen Störungen oder ungeplanten Ausfällen gewarnt. Das senkt Betriebskosten, erhöht die Betriebssicherheit und steigert die Effizienz energieintensiver Infrastrukturen. Ergänzend ermöglicht die energetische Nachrüstung von Bestandsanlagen mit hocheffizienten Ventilatoren zusätzliche Einsparungen. Die Investition amortisiert sich häufig bereits innerhalb eines Jahres.

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