Das Handelsblatt hat mit Dr. Roman Hipp, Senior Partner bei Porsche Consulting, über die strategischen Auswirkungen von KI auf die Arzneimittelforschung und die künftige Rollenverteilung in der Pharmaindustrie gesprochen. KI wird Forschung und Entwicklung (F&E) in Pharmaunternehmen nicht abrupt revolutionieren. Doch sie wird schrittweise neue Rollen in der Wertschöpfung schaffen und Kapazitäten verschieben. Denn die Branche steht seit Jahren unter erheblichem Druck.
Eine Analyse von Porsche Consulting zeigt: Die F&E-Ausgaben der weltweit größten Pharmaunternehmen sind seit 2021 jährlich um durchschnittlich 5,2 Prozent gewachsen. Gleichzeitig belasten auslaufende Patente, hohe Misserfolgsquoten und eine zunehmend komplexe regulatorische Landschaft die Organisationen erheblich. Vor diesem Hintergrund gewinnen externe Innovationen an Bedeutung. KI-Biotechs beschleunigen diese Entwicklung, da sie frühe Forschungsphasen datenintensiver, KI-gestützt sowie häufig schneller und kosteneffizienter gestalten können.
Hinzu kommt, dass mehr und mehr F&E-interne Prozesse automatisiert werden können und Entscheidungen in der Entwicklungsphase von Medikamenten durch KI immer besser assistiert werden. Dadurch soll beispielsweise verhindert werden, dass zu lange in nicht erfolgsversprechende Wirkstoffkandidaten investiert wird. Dies führt schrittweise zu einer neuen Aufgabenverteilung in Forschung und Entwicklung. Langfristig dürfte der Wertschöpfungsanteil von KI-Biotechs, insbesondere in frühen Phasen, weiter steigen, ohne dass die strategische Bedeutung der internen F&E sinkt.
Gleichzeitig verstärkt der globale Wettbewerb den Anpassungsdruck: China entwickelt ein dynamisches KI-Biopharma-Ökosystem, die USA professionalisieren KI über skalierbare Plattformen und Europa muss trotz starker wissenschaftlicher Basis infrastrukturelle Rückstände adressieren.
Lesen Sie den vollständigen Artikel im Handelsblatt (Paywall, Autorin: Helena Smolak).