Der AI Impact Award von manager magazin und Porsche Consulting zeichnet Unternehmen aus, die Künstliche Intelligenz erfolgreich und wirksam in der Praxis einsetzen. Der Award macht Anwendungen sichtbar, die echten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.
Der international tätige Schweizer Gesundheitskonzern Roche ist für den AI Impact Award 2026 nominiert in der Kategorie Produkt und Kundenerlebnis. In dieser werden Lösungen ausgezeichnet, die dazu beitragen das Kundenerlebnis zu verbessern und den Gewinn und Umsatz zu steigern. Im Kurzinterview erläutert Dr. Imane Moest, Head of Chronic Remote Care bei Roche, vor welchen Herausforderungen das Team stand, wie der KI-gestützte Ansatz entwickelt wurde und welche Ergebnisse heute sichtbar sind.
Frau Dr. Moest, weltweit sind mehr als 500 Millionen Patientinnen und Patienten von Diabetes betroffen, Tendenz steigend. Warum reichen gängige Diabetes-Messmethoden am Markt oft nicht aus, um Glukosewerte zuverlässig zu kontrollieren?
Dr. Imane Moest: Diabetes ist für Patientinnen und Patienten ein „24/7“-Job. Die chronische Krankheit lässt Betroffene oft im Ungewissen darüber, wie sich ihre Glukosewerte entwickeln werden. Traditionelle Methoden wie Blutzuckermessgeräte, kurz BGM, liefern oft nur Momentaufnahmen. Dadurch können gefährliche Schwankungen entstehen, die unentdeckt bleiben – vor allem in der Nacht. Zunehmend kommen bereits kontinuierliche Glukosemesssysteme, auch CGM genannt, zum Einsatz. Sie ermöglichen eine fortlaufende Messung der Blutzuckerwerte alle paar Minuten und so eine engmaschigere Kontrolle über den Glukoseverlauf. Doch selbst bei Nutzung eines CGM-Systems zeigt sich: Ein erheblicher Teil der Menschen mit Diabetes erreicht seine glykämischen Ziele noch immer nicht.1 Diese ständige Ungewissheit kann die tägliche Freiheit und das emotionale Wohlbefinden der Patienten tiefgreifend beeinträchtigen.