Der AI Impact Award von manager magazin und Porsche Consulting zeichnet Unternehmen aus, die Künstliche Intelligenz erfolgreich und wirksam in der Praxis einsetzen. Der Award macht Anwendungen sichtbar, die echten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.
Lufthansa ist für den AI Impact Award 2026 nominiert in der Kategorie Produktion und Lieferkette. In dieser werden Lösungen ausgezeichnet, die Prozesse entlang Produktion, Logistik oder Supply Chain effizienter, sicherer oder nachhaltiger gestalten. Im Kurzinterview erläutert Philipp Krusemeyer, Senior Director Digital TechOps von Lufthansa, vor welchen Herausforderungen das Team stand, wie der KI-gestützte Ansatz entwickelt wurde und welche Ergebnisse heute sichtbar sind.
Herr Krusemeyer, welche operativen und regulatorischen Herausforderungen haben die manuelle Wartungsplanung an ihre Grenzen gebracht und den Bedarf für einen KI-gestützten Ansatz verstärkt?
In der Flugzeugwartung gibt es mehrere tausend Instandhaltungspunkte pro Flugzeug, die alle überwacht und deren Abarbeitung bestmöglich in den Flugplan eingeplant werden müssen. Dabei muss der Planer neben der inhaltlich sinnvollen Paketierung von Wartungsarbeiten auch die Verfügbarkeit der benötigten Ressourcen berücksichtigen. Die Rahmenbedingungen ändern sich jedoch ständig, zum Beispiel durch kurzfristige Flugzeugtäusche oder fehlende Ersatzteile, Mechaniker, Tooling oder zu wenig Hangar-Plätzen.
Bei einer Flotte von mehr als 300 Flugzeugen ergibt sich daraus ein großes Puzzle, welches ein Mensch allein nicht mehr überblicken kann. Dadurch haben wir wertvolle Flugzeug-Bodenzeiten verschenkt und auch unsere Produktionskapazitäten teilweise nicht sinnvoll ausgelastet. Die KI hilft uns dabei, einen ganzheitlich optimierten Wartungsplan zu erstellen, der auch kurzfristig auf veränderte Bedingungen reagieren kann. Darüber hinaus werden die Planer von manueller Arbeit entlastet und können sich auf die Qualitätskontrolle konzentrieren.