Luft- und Raumfahrt

Die Fluggesellschaften weltweit befördern mittlerweile pro Jahr 3,5 Milliarden Passagiere. Bis 2030 soll sich dieser Wert annähernd verdreifachen. Deshalb bauen die Airlines ihre Flotten aus: Auf einer einzigen Airshow in Abu Dhabi investierten sie 100 Milliarden US-Dollar in den Kauf von Mittel- und Langstreckenjets. Die Nachricht an sich ist positiv, doch die Aufgabe muss auch bewältigt werden. Die Airlines brauchen die Flugzeuge pünktlich. Das erfordert enormes kurzfristiges Wachstum nicht nur in den Flugzeugwerken der Hersteller, sondern auch im weitverzweigten Netz der Zulieferer. Allein die Koordination von mehr als vier Millionen Bauteilen bei einem Großraumjet zeigt den logistischen Anspruch an immer komplexere Lieferketten. Für die Industrie steht nun exzellentes Zusammenspiel im Vordergrund, im System genauso wie in den Prozessen. Auf dieser Basis erreichen Premiumprodukte den Kunden zuverlässig.

Zentrale Fragen

  • Die Luft- und Raumfahrt wächst rasant – wie organisieren wir unser Geschäftsmodell so, dass wir dieses Wachstum bewältigen können?
  • Stimmt unser Produkt- und Serviceportfolio?
  • Wie beseitigen wir Engpässe?
  • Sind alle Kernkompetenzen und Kerntechnologien klar definiert?
  • Wie werden kontinuierliche Verbesserungen fester Bestandteil der Unternehmenskultur?

Konzepte und Lösungen

Seit 2005 hat Porsche Consulting mehr als 200 Luft- und Raumfahrt-Projekte erfolgreich abgeschlossen. Mit 40 industrieerfahrenen Experten deckt das internationale Beraterteam ein vielseitiges Kompetenzspektrum ab – sowohl in der Herstellung als auch in der Wartung und im Betrieb von Verkehrsflugzeugen.

Im Zentrum unserer Arbeit steht die verbesserte Abstimmung der Lieferkette. Nach dem Vorbild der Automobilindustrie lassen sich Effizienzsteigerungen selbst in hochkomplexen Strukturen zuverlässig realisieren. Drei Schlüsselfaktoren sind maßgebend: Transparenz in den Abläufen, eine bessere Planungsgüte und eine höhere Professionalität durch ein neues Rollenverständnis. Die Flugzeughersteller werden zum Pulsgeber. Sie übernehmen die Planungsverantwortung für die gesamte Lieferkette: Produktinnovationen beispielsweise werden transparent und akribisch vorbereitet. Die Zulieferer der ersten Ebene (Tier-1) steigen zum Bindeglied zwischen Herstellern und dem Zuliefernetzwerk auf. Sie treiben Innovationen noch stärker voran. Aus dem neuen gemeinsamen Rollenverständnis resultiert eine bessere Zusammenarbeit aller Beteiligten. Dieses Muster optimiert das komplette System.

Was sich verändern muss, um das geplante Produktportfolio bereitzustellen, macht die branchenerprobte Unternehmensanalyse von Porsche Consulting sichtbar. Luftfahrtkonzerne sind oft durch Zukäufe gewachsen und deshalb stark durch verschiedene Divisionen wie Wartung, Defense oder Raumfahrt geprägt. Damit verbunden ist ein starres Denken in Sparten. Kompetenzen, die in verschiedenen Divisionen vorliegen, werden nicht über die verschiedenen Bereiche hinweg vernetzt. Die Analyse schafft einen wertvollen Gesamtüberblick über vorhandene Technologien und Kompetenzen. Das erlaubt den Abgleich der Ressourcen mit den zukünftigen Anforderungen. Ein Praxisbeispiel ist die Verarbeitung von Kohlefaserstoffen: Das Know-how in diesem Bereich lässt sich für Strukturteile im kommerziellen Flugzeugbau genauso anwenden wie für den Leichtbau in der Raumfahrt oder für Hochleistungsbauteile im Verteidigungssektor.

Internationale Airlines bestellen deutlich mehr Flugzeuge, als die Hersteller aktuell weltweit produzieren können. Zugesagte Liefertermine geraten dadurch in Gefahr. Hersteller, die darauf mit einem schnellen Hochfahren ihrer Produktion antworten, brauchen größtmögliche Stabilität. Entsprechende Konzepte hat Porsche Consulting bereits erfolgreich erprobt. Im Werk eines Klienten gelang es, die Produktionsraten um zehn Prozent zu erhöhen. In einem Audit wurden alle Abläufe im Detail analysiert und mit Benchmark-Werten verglichen. So ließ sich exakt ermitteln, um welchen Wert die Raten erhöht werden können. Als kontraproduktiven „Flaschenhals“ identifizierten die Berater die Geräteinstallation in einem Hangar. Hier wurden aus drei Fertigungslinien Sektionen für den hinteren Rumpf der Flugzeuge angeliefert und an zehn Arbeitsstationen mit elektronischen Geräten und Kabeln ausgestattet. Obwohl hart am Anschlag gearbeitet wurde, stauten sich die Teile im Hangar. Um diese Engpässe zu beseitigen, wurden die Arbeitsinhalte neu aufgeteilt und eine zusätzliche elfte Arbeitsstation gebildet. Zudem wurde der Zeittakt angepasst.

Typischerweise unterstützen die Berater ihre Klienten bei drei Szenarien:

  1. schnelle Industrialisierung von neuen Flugzeugprogrammen
  2. Ratenerhöhung bei aktuellen Flugzeugmodellen
  3. Aufbau zusätzlicher Produktionsstandorte auf Basis von Standardfabriken und integrierten Produktionsnetzwerken

Bestände sind trügerisch und geben eine Scheinsicherheit. Sie abzubauen fällt zunächst schwer, bringt aber nur Vorteile. Geringe Bestände bedeuten mehr Kapital für Investitionen und eine schnellere Reaktionsfähigkeit des Unternehmens. Messbare Resultate liefern Porsche-Berater mit einem aktiven Bestands- und Reichweiten-Management. Dies schafft zunächst die Voraussetzungen, um nicht benötigte Bestände abzubauen. Danach wird für jedes einzelne Bauteil die optimale Logistikkette vom Zulieferer bis zur Endmontage definiert. Es werden Systemparameter wie Sicherheitsbestände und Durchlaufzeiten festgelegt, um die Reichweiten zu regeln. Diese werden regelmäßig überprüft. Die Erfahrungen in der Luftfahrt-Zulieferindustrie zeigen, dass bei Rohmaterialien und Halbzeugen bis zu 25 Prozent der Bestände abgebaut werden können. Bei Endprodukten sind Reduzierungen von bis zu 15 Prozent nachweislich möglich. Die Veränderungen müssen sich auch in der Organisation widerspiegeln. Deshalb wird fest verankert, welche Personen und Funktionen dafür verantwortlich sind. Als Teil der Unternehmenskultur liefern diese Standards einen Beitrag zur dauerhaften Effizienzsteigerung.

Flugzeuge verdienen nur in der Luft Geld. Idealerweise ist ein Flugzeug an 365 Tagen im Jahr unterwegs. Jede Störung beeinträchtigt die Pünktlichkeit und somit die Profitabilität einer Fluglinie. Mit industriell geprägtem Denken hinterfragt Porsche Consulting etablierte Arbeitsweisen in den Wartungsprozessen, der Gepäckbeförderung, den Passagierabläufen sowie der Flugzeugabfertigung. Beispiel Wartung: Die ausgefeilte Methodik der Porsche-Berater reduziert die sogenannte Downtime um 20 bis 30 Prozent. Dies bringt der Fluglinie mehrere Tage zusätzliche Verfügbarkeit je Flugzeug. Ähnliche Potenziale stecken auch in den anderen Bereichen des Flugbetriebs, wo Airlines aufgrund von Gepäck- und Passagierverspätungen jedes Jahr mehrstellige Millionenbeträge zusätzlich aufwenden müssen.

Kontakt

Joachim Kirsch

Senior Partner 
Luft- und Raumfahrt

Telefon: +49 (0) 711-911-12861
E-Mail: Joachim.Kirsch@porsche.de
Porschestraße 1
74321 Bietigheim-Bissingen
Deutschland